Concept AG: Logistikkosten bieten deutliches Optimierungspotenzial

Statt den Standort Deutschland aufzugeben, sollte verarbeitendes Gewerbe Fertigungssteuerung und Logistik besser miteinander verzahnen

Stuttgart, 17. September 2009 - Wer die Logistikkosten im Griff hat, punktet gegenüber der Konkurrenz. Eine Verbesserung des Unternehmensergebnisses um ganze Prozente ist möglich. Betriebsverlagerungen ins vermeintlich kostengünstigere osteuropäische Ausland sollten vor diesem Hintergrund kritisch hinterfragt werden. Das belegt jetzt die Stuttgarter Concept AG mit eigenen Erhebungen bei mehr als dreißig Industriebetrieben.

Der Logistikaufwand von deutschen Industriebetrieben variiert zwischen drei und sieben Prozent an der Wertschöpfung. Der in der Logistik gebundene Kapitaleinsatz hat eine Bandbreite zwischen sieben und fünfzehn Prozent. Die Logistikfläche eines Unternehmens der verarbeitenden Industrie kann zwischen fünf und zehn Prozent der Gesamtfläche betragen. Mit den niedrigsten Werten schneidet hierbei die Automobilzulieferindustrie ab, gefolgt von Non-Automotive und dann Handelsunternehmen.

Harald Balzer, Vorstand des Stuttgarter Spezialberaters Concept verdeutlicht: „Insgesamt steckt in der Logistik eine wesentliche Produktivitätsreserve. Wir erleben, dass ein produzierender Betrieb es durchweg schafft, seine Lieferfähigkeit zu hundert Prozent sicherzustellen. Doch, wenn die internen Fabrikstrukturen nicht mitspielen und die Lieferanten nicht ganz eng in die Auslieferungslogistik zum Kunden eingebunden sind oder es an deren Qualifikation mangelt, wird unnötiger Aufwand getrieben.“

Der Berater plädiert dafür, die Fertigungsreihenfolge aus Sicht der Logistik festzulegen. Wer die Fertigungssteuerung mit der Logistik verheirate, könne unmittelbar die Zahl und Größe von Lagern reduzieren. Vor allem gelte „Kein Lager ist das beste Lager“. Balzer präzisiert: „Für laufend aus der Fertigung kommende Produkte lassen sich Vorprodukte und Rohstoffe per Anlieferung takten. Nur für die Exoten muss man ein Lager einplanen.“

Kritisch steht der Berater Kosteneinsparungen durch evtl. Betriebverlagerungen nach Osteuropa gegenüber. Häufig stelle sich ein solcher Schritt nach kurzer Zeit als Fehler dar. Vor allem das Argument geringerer Arbeitskosten werde in manchen Ländern durch oft politisch motivierte Lohnsprünge im mittleren Management von bis zu 50 Prozent außer Kraft gesetzt. Hierzulande sei der Anteil von Personalkosten an den Gesamtkosten des produzierenden Gewerbes auf mancherorts bereits nur acht Prozent gesunken.

Hinzu kämen jetzt die rapide wachsenden Transportkosten: „95 Prozent aller Werke der starken deutschen Automobilindustrie montieren in einem Radius von 500 Kilometer rund um Frankfurt am Main. 80 Prozent der Volumen treibenden Lieferanten befinden sich in einem Umkreis von 100 bis 200 Kilometer zu diesen Montagewerken. Statt wegen vager Erwartungen an Kostensenkungen weg zugehen, sollten diese Betriebe der Logistik-Optimierung mehr Aufmerksamkeit widmen“, unterstreicht der Chef der Concept AG.

Über die Concept AG:
Seit 1997 berät die Concept AG den eigentümergeführten Mittelstand und Geschäftsbereiche oder Werke von Konzernen. In weit über 100 Projekten wurden logistikorientierte Detaillösungen aber auch unternehmensweite Veränderungen auf den Weg gebracht – als Team mit strategischen Partnern und einem festen Kreis externer Experten. Schwerpunktmäßig ist Concept für produzierende Unternehmen der Branchen Automobilzulieferindustrie, Werkzeugbau, Feinmechanik, Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik, Elektronik sowie Optik tätig.

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