Business vom Burj Dubai zum Stuttgarter Fernsehturm

Konferenz beleuchtet Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Irak

Stuttgart, 12. November 2008 – Zum deutsch-arabischen Dialog hatte das Arab Business Center Stuttgart mit Unterstützung der Wirtschaftsjunioren und der Landeshauptstadt geladen. Die Konferenz fand im Rahmen des Forums für internationale Kontakte und Investitionen „Global Connect“ statt. Rund 50 Entscheider kamen, um sich über Chancen und Risiken auszutauschen. Den Länderschwerpunkt der Konferenz bildeten die Vereinigten Arabischen Emirate. Außerdem warb der Botschafter des Irak um deutsche Unternehmen. Diese sollten auf die wachsende Sicherheit im Land vertrauen und sich beim Wiederaufbau engagieren.

Der „Burj Dubai“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist das höchste Gebäude der Welt – und wird es vielleicht noch etwas länger bleiben. Denn die weltweite Finanzkrise hat selbst am Persischen Golf den Bauboom gedämpft, berichtete Dr. Dalia Abu Samra-Rohte von der deutschen Außenhandelskammer in Abu Dhabi. Doch werde weiterhin in den Ausbau des kulturellen Angebots, der Flughäfen, des öffentlichen Nahverkehrs und des medizinischen Sektors investiert. Sauberes Wasser, Abfallentsorgung, erneuerbare Energien sowie Tourismus werden immer wichtiger.

In der Region böten sich große Chancen für deutsche Unternehmen. Die Bilder der neuen Skyline von Dubai und der künstlichen Palmeninseln zeugen vom glanzvollen wirtschaftlichen Aufstieg der arabischen Länder. Doch geht es den Investoren nicht nur um die Verwirklichung visionärer Bauten. Vielmehr wurden die Petro-Dollars gemäß langfristiger Masterpläne im großen Stil in den Ausbau von Infrastruktur und Handel investiert, um die Region wirtschaftlich unabhängiger zu machen – ein Ziel, das auch der Irak verfolgt.

Dr. Alaa Al-Hashemi, Botschafter des Irak in Berlin, ist nach Stuttgart gereist, um von seinem Heimatland zu berichten. Der Irak benötige für den Weideraufbau nahezu alles, insbesondere sauberes Wasser, Straßen, Schienen und Stromnetze sowie Krankenhäuser und Schulen. Die Voraussetzungen für langfristig orientierte Unternehmen seien dank der deutlich verbesserten Sicherheitslage gut. Zudem ist das Land sehr reich: Im Boden schlummern die drittgrößten Erdölvorkommen der Welt und auch als Gaslieferant dürfte das fruchtbare und kulturreiche Land zwischen Euphrat und Trigris künftig eine wichtige Rolle spielen: ein riesiges Erdgas Feld wurde gerade erst entdeckt.

Für den Irak wie für die Vereinigten Arabischen Emirate gilt: Geld ist reichlich vorhanden und umsetzungsstarke deutsche Unternehmen sind herzlich willkommen. Doch wer mitverdienen will, muss auch risikobereit sein und sich einem harten Preiswettbewerb stellen. Die Türkei, China und Indien sowie Amerikaner und Briten engagieren sich bislang weit stärker als die Deutschen. Letztere punkten besonders in Nischen, in denen höchste Qualität gefordert ist. Auch bei technisch anspruchsvollen und komplexen Projekten sind die Deutschen führend. Doch müssen sie mehr Präsenz zeigen.

Über die Arab Business Conference:
Die Arab Business Conference ist eine Plattform in Baden-Württemberg für Unternehmer und Vertreter arabischer Länder. Sie stärkt den Wirtschaftsstandort Stuttgart, indem Firmen aus der Region hier die Möglichkeit haben, neue Kontakte mit arabischen Geschäftspartnern zu schließen. Auch soll Stuttgart als attraktiver Standort präsentiert werden und so Geschäftsleute aus dem arabischen Kulturraum anziehen. Die Arab Business Conference wird von der Stadt Stuttgart und den Wirtschaftsjunioren unterstützt.

 

Der irakische Botschafter Dr. Alaa Al-Hashemi warb auf der Arab Business Conference in Stuttgart für sein Land. Quelle: oha communication

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Über die Wirtschaftsjunioren:
Die Wirtschaftsjunioren Deutschland bilden mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft den größten Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Bundesweit verantworten die Wirtschaftsjunioren bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz rund300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Der Bundesverband WJD ist seit 1958 Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI).


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