Wunsch nach mehr Kinderbetreuung

Wirtschaftsjunioren befragten mehr als 10.000 Bürger

Stuttgart/Berlin, 24. Juli 2008 - Investitionen in Bildung, Forschung und Familienförderung stehen ganz oben auf der Wunschliste der Bürger an die Politik. Das zeigt die jährliche Bevölkerungsbefragung der Wirtschaftsjunioren, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird. 10.800 Menschen in 62 Kreisen wurden dazu im Rahmen eines Aktionstags am 3. Mai 2008 bundesweit befragt. In der Region Stuttgart nahmen 380 Bürger teil. Hier glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass ein familienfreundlicheres Umfeld, günstigere Wohnungen und der Ausbau der Hochschulen die Landeshauptstadt als Wirtschaftsstandort besonders stärken.

Der Glaube an den Wirtschaftsaufschwung schwindet. Die Zahl derer, die einen Rückgang befürchten, ist von 6 auf 27 Prozent gestiegen. Dennoch blicken die meisten Menschen vertrauensvoll in die Zukunft. Deutschland zähle zu den Gewinnern der Globalisierung. Die Qualifikation deutscher Arbeitnehmer sei im internationalen Vergleich gut. Drei Viertel der Bundesbürger sehen ihren Arbeitsplatz daher als sicher an.

Die eigene finanzielle Situation bleibe in Zukunft relativ stabil. „Während bundesweit der Aufschwung nicht bei allen anzukommen scheint, geht man in Regionen wie Stuttgart tendenziell sogar noch von einer Verbesserung der eigenen Finanzsituation aus“, erklärt Monika Ege. Als Leiterin des Arbeitskreises Unternehmertum der Wirtschaftsjunioren Stuttgart verantwortete sie die Befragung im Kreis. „Im Vergleich zu 2007 wollen die Menschen bundesweit mehr für Gesundheit und Wohnung ausgegeben. Die Stuttgarter setzen jedoch lieber auf Sparen und Urlaub“.

Fest steht: Alleine wollen die Bürger Arbeit und Wohlstand nicht genießen. Ein zentrales Anliegen der Bevölkerung ist die bessere Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. In Deutschland sei die Förderung der Familie unzureichend, glauben rund 60 Prozent der Befragten. Abhilfe könnten insbesondere bessere Betreuungsmöglichkeiten, zusätzliche Steuererleichterungen und flexiblere Arbeitszeiten bringen. Die Bundesregierung solle daher besonders für Bildung und Forschung sowie für die Familienpolitik mehr Geld ausgeben.

Dieser Wunsch spiegelt sich auch bei den Stuttgartern. Auf die Frage, wie der Wirtschaftsstandort gestärkt werden könne, forderte mehr als die Hälfte der Befragten ein familienfreundlicheres Umfeld, günstigere Wohnungen und den Ausbau von Universitäten und Hochschulen. „Als Hightech-Region muss Stuttgart für gut ausgebildete Menschen mit Familie ein attraktiver Lebensraum sein“, unterstreicht Annegret Stegmann, stellvertretende Leiterin des Arbeitskreises Bildung und Wirtschaft bei den Wirtschaftsjunioren Stuttgart. „Politik und Wirtschaft sollten dabei gemeinsam neue Wege gehen. Für den 18. November haben wir daher gemeinsam mit der BPW Germany Business and Professional Woman eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema angesetzt.“

Auch die Themen Umwelt und Verkehr wurden ins Stuttgart abgefragt. In ihrer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort rangieren diese nach Meinung der Befragten jedoch erst auf Rang vier. Für die Lebensqualität bringe die vor wenigen Monaten eingeführte Feinstaubplakette nichts, kritisierten mehr als 70% der Stuttgarter. Ihre Zustimmung für eine zweite Landebahn am Flughafen ist von 28% in 2007 auf 35% gestiegen.

 

Über die Wirtschaftsjunioren:
Die Wirtschaftsjunioren Deutschland bilden mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft den größten Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Bundesweit verantworten die Wirtschaftsjunioren bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Der Bundesverband WJD ist seit 1958 Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI).


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